Mal wieder…

…ist fast ein Jahr vergangen seit dem ich einen Beitrag verfasst habe. Es ist sehr interessant für mich zu beobachten in welchen Lebensabschnitten ich wieder auf meinen Blog stosse und wann nicht.

In einer Phase der Veränderung oder wenn gerade alles im Umsturz ist, dann beginne ich wieder zu schreiben, also hier. Wenn dann alles wieder in einer etwas eingepegelteren Bahn verläuft… Puh, joar dann ist der Blog schnell wieder vergessen. Schade eigentlich. Kreativ Prokrastination könnte man das wohl nennen.

Dem aufmerksamen Leser*In dürfte damit klar sein das sich gerade wieder etwas bei mir verändert oder sich schon in einer Phase der Veränderung befindet. Ihr Sherlocks ;)

Veränderung ist einer meiner innersten Antriebe und mein schlimmster Feind. Denn wenn mich etwas ängstigt dann kann ich dem entgegenwirken in dem ich einfach eine Phase der Veränderung eingeläutet habe.

Ich habe meinen Inneren Widerstand also einfach aufgelöst mit der besten Entschuldigung von allen. Hey, ich bin der Wandel also… Erfinde ich mich ganz schnell neu.

Der Wandel hatte aber auch gutes, immer dann wenn der Schmerz zu gross wurde.
Dann musste ich mich nur wandeln. Haare, oh mein Goth ich hatte schlimme Haarunfälle, Klamotten, nichts geht schneller und einfacher als ein Wechsel der Garderobe, Hobbys, ok hier muss man schon etwas mehr Energie reinstecken.

Was ich hier positiv beschreibe war nicht immer so positiv. Eigentlich nur ein Schutzmechanismus mich nicht mit dem wesentlichen auseinander zu setzen. Nämlich mir.

Was ist mein Antrieb? Warum verschließe ich mich lieber dem Schmerz als ihn einfach mal zu akzeptieren? Warum habe ich Angst vor meinen eigenen Gefühlen?
Und wann war der Zeitpunkt an dem ich es verlernt habe entspannt mit Situationen um zugehen? Warum sage ich zu oft Ja und viel zu selten Nein? Wann habe ich verlernt mich wieder alleine zu beschäftigen – halt nein – wann habe ich verlernt mich alleine wohl zu fühlen? Es gibt diese Abende da halte ich mich sehr gut aus – Alleine, mit mir selbst und wenn ich mich mit Freunden treffe dann bin ich ja auch mit mir selbst, eigentlich die ganze Zeit und dann sind da diese Momente da möchte ich einfach jemanden bei mir haben. Jemanden der diesen leeren Raum füllt der sich einstellt wenn alles um einen herum ruhig wird. Und weil mich die Ruhe und die Stille mit meinen eigenen Gedanken in den vermeintlichen Wahnsinn treibt. Läuft das Radio, der Fernseher, das Smartphone, der eReader, der Laptop, das was mich gerade abhält vor der Stille eines, alles, mehreres.

Das klingt alles sehr dramatisch, weil ich das Drama liebe. Oder das polemische. Ich überspitze gerne um dem was ist, mehr Impact zu geben und mehr von der Stille zu nehmen.

Ich scheitre bei dem Versuch einfach ruhig zu sein, nur da zu sitzen wenn um mich herum der Sturm tobt, oder einfach nur der Staubsauger. Ich bin rastlos, ruhelos und manchmal sehr ratlos mit mir selbst.

Das verrückte daran ist das ich es oft einfach nicht akzeptieren will und mir dadurch nur mehr unnötigen Stress verursache. Anstatt mit einzugestehen das ich jetzt gerade keine Ahnung habe wie es weitergeht, das ich keinen Plan habe wo ich jetzt lang gehen möchte oder muss, versucht mein ganzes System dagegen vorzugehen und macht es damit nur dramatischer.

Der Vorteil es sich einzugestehen ist der, dass man jetzt besser damit umgehen kann. Hoffe ich. Oder zumindest wieder die Möglichkeit habe über meine eigene Fehlbarkeit lachen zu können. Ich mag es nicht wenn ich Fehler mache. Fehler machen einen angreifbar… menschlich… und wer will schon ein Mensch sein? Pfui, Gesundheit.

Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit kam mir noch ein anderer interessanter Aspekt meiner Persönlichkeit der mich noch etwas beschäftigen wird. In meiner Brust schlagen zwei Werte – Der eine sehnt sich nach Freiheit/Individualität und der andere Wert sehnt sich nach Sicherheit.

Sicherheit nach einem Job der mir mein Leben finanziert, eine Wohnung als Unterschlupf und einfach der Sicherheit ein Dach über dem Kopf zu haben. Die Sicherheit einer herzlichen ehrlichen Beziehung die mir Stabilität gibt.

Dagegen schreit die Freiheit. Sich nicht einengen lassen, zu versuchen zu experimentieren, die Freiheit zu sagen, heute mach ich nix oder alles anders. Die Individualität zu sein und darzustellen was ich will. Und wenn die Freiheit ruft, dann schreit die Sicherheit und wenn sich die Sicherheit wohlfühlt dann schreit die Freiheit. Meine Fresse so ein Menschlicher Kopf ist bei Zeiten echt harter Tobak.

Jetzt müsste irgendwann soetwas wie die Schlussfolgerung kommen, oder? Sowas wie die Quintessenz dessen was sich meiner Gedanken entwringen lässt. Ich werde euch enttäuschen und hier nichts von dem Schreiben. Denn das sind meine Gedanken, zu mir und bei euch sieht es ganz anders aus. Hoffe ich zumindest, sonst hätte ich ganz viele Klone von denen ich nichts weiss, die aber meinen Blog lesen… Crazy!

Ich entlasse meine Gedanken in die digitale Nacht und mal sehen wann sich mein Blog weiter füllt.